Angst oder Panik
Für Angstspitzen, Paniknähe, Kontrollverlustangst oder massive Besorgnis.
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Worum es geht
Angst und Panik bilden in der DBT ein Kontinuum — von chronischer Hintergrundsorge bis hin zu vollständigen Panikattacken mit physiologischen Symptomen. DBT behandelt Angst nicht als grundsätzlich pathologisch, sondern als Signal, dessen Intensität dysregulierend geworden ist.
Relevante Fertigkeitskategorien sind Emotionsregulation (Fakten checken, entgegengesetztes Handeln bei Angst, Vulnerabilitätsreduktion), Stresstoleranz für Spitzenmomente und Achtsamkeit zum Beobachten der Welle, ohne sie zu verstärken. Ein klinischer Schlüsselunterschied: Angst rechtfertigt Vermeidungsverhalten, das Angst aufrechterhält — ein häufiges Versagensmuster, wenn Fertigkeiten zur Unterdrückung statt zur Verarbeitung der Emotion eingesetzt werden.
Das Kernprinzip des entgegengesetzten Handelns bei ungerechtfertigter Angst lautet: das Gefürchtete aufsuchen statt meiden — vollständig, nicht halbherzig, und wiederholt bis die Reaktion abnimmt.
Wie diese Emotion sich zeigt
Körperliche Signale, typischer Handlungsdrang und Verlauf als Orientierung für den Einstieg in passende Skills.
- KörperHerzrasen, Enge in Brust und Kehle, flache Atmung, Muskelanspannung, Schwitzen, Zittern, Benommenheit
- HandlungsdrangFliehen oder Situation verlassen, erstarren und einfrieren, Kontrolle suchen und sichern, Vermeiden des nächsten Kontakts
- Verlauf und IntensitätVerlauf von chronischer Hintergrundbesorgnis bis zur akuten Panikattacke. Körperliche Symptome steigen schnell, klingen langsamer ab. Oft Wellen-Charakter.
Erster Einstieg (1)
Der direkteste erste Schritt für diese Situation.
Verstehen (6)
Erklärt Zusammenhänge und vertieft das Verständnis.
Fakten prüfen
Wenn vor Opposite Action oder Problem Solving zuerst geprüft werden muss, ob die Emotion und ihre Intensität faktenangemessen sind.
Auch in: Achtsamkeit
Das DBT-Emotionsmodell
Wenn vor konkreter Skillwahl erst ein Modell gebraucht wird, das emotionale Reaktionen in ihre Bestandteile und Eingriffspunkte zerlegt.
Auch in: Achtsamkeit · Stresstoleranz
Emotions-Exposition
Wenn ein Gefühl nicht nur verstanden, sondern im geschützten Rahmen ausgehalten werden muss, damit seine Macht über Verhalten sinkt.
Auch in: Stresstoleranz
Funktionen von Emotionen
Wenn vor Regulation oder Verhaltensänderung erst verstanden werden muss, wofür eine Emotion im aktuellen Zusammenhang eigentlich steht.
Auch in: Achtsamkeit · Stresstoleranz
PLEASE-Skills
Wenn nicht nur akute Regulation, sondern die Senkung von Grundverletzlichkeit über alltägliche Körperfaktoren gebraucht wird.
Auch in: Stresstoleranz · Achtsamkeit
Positive Emotionen aufbauen
Wenn nicht primär akute Krisenregulation, sondern der langfristige Aufbau von positiven Gegengewichten, Freude und Lebensnähe gebraucht wird.
Auch in: Stresstoleranz · Achtsamkeit
Anwenden (6)
Konkrete Übungen und Skills für die Situation.
Check-the-Facts-Arbeitsblatt
Wenn Check the Facts nicht nur verstanden, sondern konkret auf eine reale Situation angewendet werden muss.
Unerwünschte Gefühle gezielt verändern
Wenn nach der Faktenprüfung nicht der Begriff, sondern die konkrete nächste Handlungsrichtung gebraucht wird.
Achtsamkeit für aktuelle Emotionen
Wenn Emotionsvermeidung das Problem vergrößert und zuerst ein achtsamer Kontakt mit dem gegenwärtigen Gefühl gebraucht wird.
Auch in: Stresstoleranz · Achtsamkeit
Den Moment verbessern
Wenn die sekundäre Überforderung des Moments gesenkt werden soll, damit Durchhalten, Denken und spätere Skill-Nutzung wieder möglich werden.
Auch in: Achtsamkeit · Emotionsregulation
Entgegengesetztes Handeln
Wenn Check the Facts eher gegen die emotionale Reaktionsrichtung spricht und nicht primär die Situation selbst verändert werden muss.
Auch in: Stresstoleranz
Expositionsbasierte kognitive Vorbereitung
Wenn bevorstehende Belastung, Angst oder Risikosituationen gezielte Vorbereitung brauchen, damit automatisches altes Verhalten nicht wieder die Kontrolle übernimmt.
Auch in: Emotionsregulation · Stresstoleranz
Vorbereiten (1)
Bereitet auf zukünftige ähnliche Lagen vor.