Achtsamkeit für aktuelle Emotionen
Wenn eine aktuelle Emotion achtsam durchgehalten werden muss, statt ihr sofort auszuweichen oder sie wegzudrücken.
Eine aktuelle Emotion achtsam wahrnehmen und mit ihr im Kontakt bleiben, ohne sie sofort zu vermeiden, zu verstärken oder wegzudrücken.
Wann passt das?
Wenn Emotionsvermeidung das Problem vergrößert und zuerst ein achtsamer Kontakt mit dem gegenwärtigen Gefühl gebraucht wird.
Priorität im Weg
Dieser Eintrag passt früh in den Weg, wenn Innere Unruhe oder starke emotionale Aktivierung im Vordergrund stehen.
Worum es geht
Achtsamkeit gegenüber aktuellen Emotionen ist die Praxis, eine Emotion so zu beobachten und zu erleben, wie sie ist — ohne zu versuchen, sie zu unterdrücken, ihr zu entkommen oder sie zu verlängern. Emotionen sind keine Fakten über die Welt — sie sind Ereignisse, die im Körper und Geist stattfinden. Sie ohne Bewertung zu beobachten und nicht nach ihnen zu handeln, ermöglicht es ihnen, durchzulaufen, ohne sich zu intensivieren.
Unterdrückung und Vermeidung verlängern emotionalen Schmerz paradoxerweise: Forschung zu PTBS zeigt, dass der Versuch, schmerzbedingte Hinweisreize zu vermeiden, sicherstellt, dass der Schmerz andauert. Achtsam beobachtete Emotionen folgen einem Wellenmuster — sie steigen, erreichen einen Höhepunkt und fallen — statt auf hoher Intensität steckenzubleiben.
Praktisch weiterarbeiten
Arbeitsblatt zu aktuellen Gefühlen achtsam bleiben
Praxisbezug
Wenn aktuelle Gefühle achtsam gehalten und nicht nur begrifflich eingeordnet werden sollen.
Auch in: Achtsamkeit · Stresstoleranz
Unerwünschte Gefühle gezielt verändern
Praxisbezug
Wenn du nach der Faktenprüfung den passenden nächsten Weg für ein unerwünschtes Gefühl auswählen musst.
Vertiefen und anwenden
Diese Einträge führen gezielt in einen zweiten DBT-Modulraum, wenn der aktuelle Inhalt modulübergreifend getragen werden muss.
Bereitschaft
Weiterführender Bezug
Wenn nicht nur Einsicht, sondern offene Bereitschaft für den nächsten Schritt fehlt.
In einer Krise achtsam mit dem Gefühl im Kontakt zu bleiben statt es wegzudrängen ist eine Form von Krisentoleranz — es ermöglicht das Aushalten ohne Eskalation.
Auch in: Emotionsregulation · Achtsamkeit
Radikale Akzeptanz
Weiterführender Bezug
Wenn Widerstand das Leiden vergrößert und zuerst die Realität anerkannt werden muss.
In einer Krise achtsam mit dem Gefühl im Kontakt zu bleiben statt es wegzudrängen ist eine Form von Krisentoleranz — es ermöglicht das Aushalten ohne Eskalation.
Auch in: Emotionsregulation · Achtsamkeit
Gefühle und körperliche Grundlagen
Diese Achtsamkeitspraxis betrifft den Umgang mit einem aktuell erlebten Gefühl. Schlafhygiene hat einen anderen Ansatzpunkt: Gewohnheiten und Rahmenbedingungen für Schlaf. Der Bezug ergänzt die momentane Emotionspraxis um körperliche Grundlagen der Regulation.
Quellen und Literatur
Zeigt, aus welcher Quelle dieser Eintrag stammt und wie quellennah oder übungsnah er einzuordnen ist.