Scham
Für Rückzug, Bloßgestelltsein oder selbstabwertende Reaktionen.
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- Einträge
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- Rollen
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- Cluster
Worum es geht
Scham unterscheidet sich klinisch von Schuld: Schuld richtet sich auf ein Verhalten, Scham auf das Selbst als grundlegend fehlerhaft. In der DBT wird Scham mit dem biosozialen Modell verbunden — sie entsteht oft aus anhaltenden Invalidierungserfahrungen, die die Botschaft, defekt zu sein, verinnerlicht haben. Relevante Fertigkeitskategorien sind Emotionsregulation (Fakten checken, entgegengesetztes Handeln bei Scham), Selbstmitgefühl und Achtsamkeit.
Der entscheidende Unterschied zu Schuld: Entgegengesetztes Handeln bei Schuld beinhaltet Wiedergutmachung; bei Scham beinhaltet es Exposition und Selbstoffenbarung statt Verbergen. Der häufigste Fehler ist, die Narration der Emotion als Tatsache zu behandeln, statt die Einschätzung zu prüfen. Scham liegt häufig dem Therapieabbruch zugrunde und sollte proaktiv adressiert werden.
Wie diese Emotion sich zeigt
Körperliche Signale, typischer Handlungsdrang und Verlauf als Orientierung für den Einstieg in passende Skills.
- KörperErröten, Magenziehen oder Übelkeit, Körper zieht sich zusammen, Blick gesenkt, Drang zur Körperstarre oder zum Kleinerwerden, Wärme im Gesicht
- HandlungsdrangVerstecken oder fliehen aus der Situation, schweigen und unsichtbar werden, sich selbst angreifen oder abwerten, Wiedergutmachung zeigen oder entschuldigen
- Verlauf und IntensitätTritt oft situativ und unvermittelt auf. Kann akut sehr intensiv sein. Bleibt oft länger als andere Emotionen, weil sie an Selbstbild gekoppelt ist. Kann in Scham-Spiralen eskalieren.
Erster Einstieg (1)
Der direkteste erste Schritt für diese Situation.
Orientierung (3)
Hilft, die Situation einzuordnen und einen Überblick zu bekommen.
Fakten prüfen
Wenn vor Opposite Action oder Problem Solving zuerst geprüft werden muss, ob die Emotion und ihre Intensität faktenangemessen sind.
Auch in: Achtsamkeit
Was muss hier eher akzeptiert als bekämpft werden?
Wenn zuerst geklärt werden muss, was in einer Lage überhaupt nicht mehr wegverhandelbar ist.
Auch in: Stresstoleranz · Emotionsregulation
Emotionen erkennen
Wenn vor Emotionsregulation, Check the Facts oder Skillwahl zunächst klarer erkannt werden muss, was emotional eigentlich gerade passiert.
Auch in: Achtsamkeit
Verstehen (2)
Erklärt Zusammenhänge und vertieft das Verständnis.
Funktionen von Emotionen
Wenn vor Regulation oder Verhaltensänderung erst verstanden werden muss, wofür eine Emotion im aktuellen Zusammenhang eigentlich steht.
Auch in: Achtsamkeit · Stresstoleranz
Kognitive Vulnerabilität
Wenn vor Veränderung erst verstanden werden muss, welche Denkgewohnheiten emotionale Probleme mit aufrechterhalten.
Auch in: Achtsamkeit
Anwenden (6)
Konkrete Übungen und Skills für die Situation.
Entgegengesetztes Handeln
Wenn Check the Facts eher gegen die emotionale Reaktionsrichtung spricht und nicht primär die Situation selbst verändert werden muss.
Auch in: Stresstoleranz
Check-the-Facts-Arbeitsblatt
Wenn Check the Facts nicht nur verstanden, sondern konkret auf eine reale Situation angewendet werden muss.
Den Geist wenden
Wenn zwischen Verstehen eines Akzeptanz-Skills und konkreter Anwendung eine Mikrobewegung gebraucht wird.
Auch in: Emotionsregulation · Achtsamkeit
Nicht-bewertend
Wenn vor weiterem Verstehen oder Handeln zuerst die bewertende Enge gelöst werden muss, damit Realität wieder genauer gesehen werden kann.
Auch in: Stresstoleranz · Emotionsregulation · Zwischenmenschliche Fertigkeiten
Radikale Akzeptanz
Wenn nicht primär Verstehen oder Verändern, sondern Anerkennen von Faktizität gebraucht wird.
Auch in: Emotionsregulation · Achtsamkeit
Validierung
Wenn Deeskalation, Resonanz oder verstehbares Einordnen zuerst gebraucht werden.
Auch in: Achtsamkeit · Emotionsregulation
Stabilisieren (1)
Unterstützt Beruhigung und Regulation in der Situation.