Trauer oder Verlust
Für Verlustreaktionen, Niedergeschlagenheit oder schmerzliche Traurigkeit.
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Worum es geht
Trauer wird in der DBT als gerechtfertigte Emotion behandelt, die Anerkennung verdient — die jedoch problematisch werden kann, wenn sie über ein funktionales Coping hinaus anhält. Sie unterscheidet sich von Depression dadurch, dass sie an ein klares Verlustereignis gebunden bleibt und wellenhaften statt anhaltenden Charakter hat.
Relevante Fertigkeitskategorien sind Emotionsregulation (insbesondere das nichturteilende Beobachten), Selbstmitgefühl, Achtsamkeit und radikale Akzeptanz für irreversible Verluste. Entgegengesetztes Handeln bei Trauer bedeutet Wiederaufnahme bedeutungsvoller Aktivitäten, nicht das Beseitigen von Traurigkeit. Ein häufiger Fehler ist, Trauer als zu lösendes Problem zu behandeln statt als zu begleitenden Prozess — das verlängert die emotionale Schwierigkeit eher, als dass es sie reduziert.
Wie diese Emotion sich zeigt
Körperliche Signale, typischer Handlungsdrang und Verlauf als Orientierung für den Einstieg in passende Skills.
- KörperSchwere im Körper, Erschöpfung, Enge oder Druck in der Brust, Weinen, verlangsamte Bewegungen, Appetitmangel, Schlafveränderungen
- HandlungsdrangRückzug und Isolierung, Innehalten und nichts tun, Verbindung zu anderen suchen, auf das Verlorene fokussieren, trauern und loslassen
- Verlauf und IntensitätVerlauf oft wellenförmig, nicht linear. Intensität kann nach Tagen wieder ansteigen. Häufig Phasen emotionaler Taubheit zwischen schmerzhaften Wellen. Dauer von Stunden bis Wochen je nach Verlust.
Erster Einstieg (1)
Der direkteste erste Schritt für diese Situation.
Orientierung (1)
Hilft, die Situation einzuordnen und einen Überblick zu bekommen.
Verstehen (2)
Erklärt Zusammenhänge und vertieft das Verständnis.
Radikale Akzeptanz
Wenn nicht primär Verstehen oder Verändern, sondern Anerkennen von Faktizität gebraucht wird.
Auch in: Emotionsregulation · Achtsamkeit
Funktionen von Emotionen
Wenn vor Regulation oder Verhaltensänderung erst verstanden werden muss, wofür eine Emotion im aktuellen Zusammenhang eigentlich steht.
Auch in: Achtsamkeit · Stresstoleranz
Anwenden (3)
Konkrete Übungen und Skills für die Situation.
Arbeitsblatt zu aktuellen Gefühlen achtsam bleiben
Wenn Mindfulness of Current Emotions schriftlich oder geführt geübt werden soll.
Auch in: Achtsamkeit · Stresstoleranz
Entgegengesetztes Handeln
Wenn Check the Facts eher gegen die emotionale Reaktionsrichtung spricht und nicht primär die Situation selbst verändert werden muss.
Auch in: Stresstoleranz
Opposite-Action-Arbeitsblatt
Wenn Opposite Action nicht nur als Idee, sondern als geplanter Verhaltenswechsel ausgearbeitet werden muss.
Stabilisieren (2)
Unterstützt Beruhigung und Regulation in der Situation.
Selbstmitgefühl
Wenn nicht primär Analyse oder Leistung, sondern eine mitfühlende und zugleich tragfähige Selbsthaltung gebraucht wird, um überhaupt wieder handlungsfähig zu werden.
Auch in: Emotionsregulation · Zwischenmenschliche Fertigkeiten
Liebende Güte
Wenn Achtsamkeit nicht nur neutral beobachtend, sondern ausdrücklich freundlich und wohlwollend ausgerichtet werden soll.
Auch in: Zwischenmenschliche Fertigkeiten
Vorbereiten (1)
Bereitet auf zukünftige ähnliche Lagen vor.