Ekel oder Abscheu
Für starken Widerwillen, Abstoßung oder das Bedürfnis, sofort auf Distanz zu gehen.
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- Einträge
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- Rollen
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- Cluster
Worum es geht
Ekel ist in der DBT zunächst eine Schutzemotion: Er markiert, dass etwas als kontaminierend, grenzverletzend oder nicht integrierbar erlebt wird. Klinisch relevant wird er dort, wo der Schutzimpuls nicht mehr sauber zwischen tatsächlicher Gefahr und gelernter Vermeidung unterscheidet. Dann kippt Ekel leicht in starre Abwehr, moralische Abwertung oder Rückzug ohne Prüfung.
Relevante Fertigkeitskategorien sind Faktenprüfung, Achtsamkeit auf Körperreaktionen und entgegengesetztes Handeln, wenn der Ekel nicht durch reale Gefahr gerechtfertigt ist. Entgegengesetztes Handeln bei ungerechtfertigtem Ekel bedeutet Annäherung an das als ekelig Erlebte — wiederholte Exposition bis zur Gewöhnung, nicht dauerhaftes Ausweichen. Wichtig ist die Unterscheidung: Nicht jeder Ekel soll übersteuert werden, aber auch nicht jede Ekelreaktion ist ein verlässlicher Realitätsindikator.
Wie diese Emotion sich zeigt
Körperliche Signale, typischer Handlungsdrang und Verlauf als Orientierung für den Einstieg in passende Skills.
- KörperÜbelkeit oder Magenziehen, Rückzugsreflex im Oberkörper, veränderte Mimik, gespannte Kehle, inneres Zusammenziehen
- HandlungsdrangSich abwenden, Kontakt abbrechen, etwas loswerden wollen, hart urteilen, Abstand sichern
- Verlauf und IntensitätEkel schützt oft Grenzen, kann aber schnell in starre Vermeidung oder moralische Abwertung kippen. Erst orientieren, dann zwischen realem Schutzsignal und vorschneller Reaktion unterscheiden.
Erster Einstieg (1)
Der direkteste erste Schritt für diese Situation.
Orientierung (3)
Hilft, die Situation einzuordnen und einen Überblick zu bekommen.
Fakten prüfen
Wenn vor Opposite Action oder Problem Solving zuerst geprüft werden muss, ob die Emotion und ihre Intensität faktenangemessen sind.
Auch in: Achtsamkeit
Emotionen erkennen
Wenn vor Emotionsregulation, Check the Facts oder Skillwahl zunächst klarer erkannt werden muss, was emotional eigentlich gerade passiert.
Auch in: Achtsamkeit
Achtsamkeits-How-Skills
Wenn nicht der nächste Inhalt, sondern die innere Ausführungshaltung der Achtsamkeit geklärt werden muss.
Auch in: Stresstoleranz · Emotionsregulation · Zwischenmenschliche Fertigkeiten
Verstehen (2)
Erklärt Zusammenhänge und vertieft das Verständnis.
Radikale Akzeptanz
Wenn nicht primär Verstehen oder Verändern, sondern Anerkennen von Faktizität gebraucht wird.
Auch in: Emotionsregulation · Achtsamkeit
Funktionen von Emotionen
Wenn vor Regulation oder Verhaltensänderung erst verstanden werden muss, wofür eine Emotion im aktuellen Zusammenhang eigentlich steht.
Auch in: Achtsamkeit · Stresstoleranz
Anwenden (2)
Konkrete Übungen und Skills für die Situation.
Entgegengesetztes Handeln
Wenn Check the Facts eher gegen die emotionale Reaktionsrichtung spricht und nicht primär die Situation selbst verändert werden muss.
Auch in: Stresstoleranz
Achtsamkeit für aktuelle Emotionen
Wenn Emotionsvermeidung das Problem vergrößert und zuerst ein achtsamer Kontakt mit dem gegenwärtigen Gefühl gebraucht wird.
Auch in: Stresstoleranz · Achtsamkeit
Stabilisieren (1)
Unterstützt Beruhigung und Regulation in der Situation.