Aushalten und sich beruhigen
Für Momente, in denen etwas gerade nicht lösbar ist und zuerst innere Beruhigung, Trost oder ein erträglicherer Moment gebraucht wird.
- 8
- Einträge
- 4
- Rollen
- 2
- Cluster
Worum es geht
Diese Situation ist in der DBT dann zentral, wenn Schmerz, Leere oder innere Not gerade nicht schnell gelöst werden können und der erste Auftrag deshalb nicht Veränderung, sondern Erträglichkeit ist. Manualnah liegen hier Selbstberuhigung und den Moment verbessern nebeneinander: Das eine arbeitet über die fünf Sinne und unmittelbaren Trost, das andere über Vorstellungsbilder, Sinn, Gebet, entspannende Handlungen, eine Sache im Moment, kurze Auszeit und Ermutigung.
Klinisch wichtig ist die Unterscheidung zur akuten Krise: Nicht jeder belastende Moment braucht Hochalarm-Intervention, manchmal braucht er eher Beruhigung, Halt und eine etwas tragfähigere Gegenwart. Der häufigste Fehler besteht darin, unlösbare Schmerzen sofort wegmachen zu wollen und dadurch noch mehr Druck, Vermeidung oder Selbstschädigung zu erzeugen.
Was im Körper passiert
Körperliche Reaktionen, typische Impulse im Ausnahmezustand und Eskalationsverlauf als Orientierung für erste stabilisierende Schritte.
- Körper im AusnahmezustandInnere Not, Druck im Brustraum, Reizoffenheit, Anspannung im Körper, Bedürfnis nach Halt oder Abschirmung, schwer zu regulierende Unruhe
- Typische ImpulseFliehen, sich betäuben, sofort etwas reparieren wollen, sich festfahren, Trost suchen, sich verkriechen oder irgendetwas tun um den Moment erträglicher zu machen
- EskalationsverlaufNicht jeder schmerzhafte Moment ist sofort veränderbar. Dann helfen Skills, die den Augenblick regulierbarer machen, ohne in Eskalation, Vermeidung oder Selbstschädigung zu kippen.
Erster Einstieg (1)
Der direkteste erste Schritt für diese Situation.
Orientierung (2)
Hilft, die Situation einzuordnen und einen Überblick zu bekommen.
Ist hier eher Selbstberuhigung oder den Moment verbessern gemeint?
Wenn sensorisch-körperliche Beruhigung und breitere IMPROVE-Strategien leicht ineinander verschwimmen.
Auch in: Stresstoleranz
STOP-Fertigkeit
Wenn vor jeder weiteren Analyse, Kommunikation oder Regulation zuerst das reflexhafte Weiterreagieren gestoppt werden muss.
Auch in: Emotionsregulation · Zwischenmenschliche Fertigkeiten
Anwenden (2)
Konkrete Übungen und Skills für die Situation.
Den Moment verbessern
Wenn die sekundäre Überforderung des Moments gesenkt werden soll, damit Durchhalten, Denken und spätere Skill-Nutzung wieder möglich werden.
Auch in: Achtsamkeit · Emotionsregulation
Sicherer-Ort-Visualisierung
Wenn in Belastung oder Angst ein schnell zugängliches inneres Gegenbild zu Bedrohung und Überforderung aufgebaut werden soll.
Auch in: Emotionsregulation
Stabilisieren (3)
Unterstützt Beruhigung und Regulation in der Situation.
TIP-Skills
Wenn nicht primär Verstehen oder Reden, sondern zuerst eine schnelle körpernahe Krisenregulation gebraucht wird.
Auch in: Emotionsregulation
Reizkontrollierte Entspannung
Wenn nicht nur allgemeine Entspannung, sondern ein möglichst schneller, trainierter Zugang zu Beruhigung in Belastungssituationen gebraucht wird.
Auch in: Emotionsregulation
TIP: Gezielte Atmung
Wenn innerhalb akuter Anspannung eine unmittelbar verfügbare, körpernahe und diskret einsetzbare Regulierung gebraucht wird.
Auch in: Emotionsregulation