Über Marcus'Mind

Technischer und fachlicher Hintergrund: wie Marcus’Mind DBT-Inhalte verknüpft, unterschiedliche Ansichten erzeugt und Quellen nachvollziehbar macht.

Aktueller Funktionsumfang

Suche, Situationen, Leitfragen, Themenfelder und Module erschließen denselben Inhaltsbestand. Zusammengeführte Entscheidungshilfen haben ein gemeinsames Ziel; ihre früheren Adressen bleiben als Weiterleitungen erhalten.

Leitfragen zeigen konkrete Optionen und beschriftete Vergleichskriterien. Ergänzende Einordnung ist separat aufklappbar. Allgemeine Einstiegsfragen ohne fachliche Vergleichskriterien bieten eine Auswahl vorhandener Inhalte.

Unter Belastung, Zum Lernen und Für Fachpersonen sind feste Darstellungsprofile. Nur Für mich ist individuell konfigurierbar und zeigt standardmäßig den vollen Umfang. Kernerklärungen bleiben unabhängig vom Profil sichtbar.

Listen, Lesezeichen und persönliche Einstellungen werden lokal im Browser beziehungsweise in der App gespeichert. Listenansicht und Listenverwaltung sind getrennte Bereiche; die Verwaltung gehört zu den Einstellungen.

Drei Apps. Drei Wege, weiterzukommen.

Gefühle wahrnehmen, Zusammenhänge verstehen, Fertigkeiten üben. Die drei Schwester-Apps setzen unterschiedliche Schwerpunkte und lassen sich unabhängig voneinander nutzen.

Gefühle & Verlauf

Gefühle differenziert benennen, Skills entdecken und eigene Muster über die Zeit erkennen.

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Hier bist du richtig

Wissen & Orientierung

DBT verstehen, Zusammenhänge erkunden und Inhalte für später wiederfinden.

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Üben & Anwenden

Fertigkeiten an eigenen Situationen üben und Schritt für Schritt eigene Formulierungen erarbeiten.

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Eigenständige Apps. Zwischen den Apps werden keine Daten übertragen – auch keine Lesezeichen, Einträge oder Entwürfe.

Quellen der App

Diese vier Bücher bilden den dokumentierten fachlichen Bezugsrahmen. Einzelne Inhalte verweisen zusätzlich auf konkrete Quellenstellen. Die bibliografischen Angaben unten beziehen sich auf die abgebildeten deutschsprachigen Ausgaben.

Primärquelle

Marsha M. Linehan

Handbuch der Dialektisch-Behavioralen Therapie (DBT), Band 1

DBT Skills Training Manual

Psychosozial-Verlag, Gießen, 2016 · ISBN 978-3-86294-035-6

Das primäre Theorie- und Lehrwerk der DBT. Enthält das vollständige Skills-Training-Programm, Modulstruktur, Behandlungslogik und Rationale für alle vier DBT-Hauptbereiche. Grundlage der meisten Inhalte in Marcus'Mind.

Primärquelle

Marsha M. Linehan

Handbuch der Dialektisch-Behavioralen Therapie (DBT), Band 2

Arbeitsbuch mit Handouts und Arbeitsblättern

Psychosozial-Verlag, Gießen, 2016 · ISBN 978-3-86294-036-3

Das ergänzende Arbeitsbuch zum Manual. Enthält alle Handouts und Arbeitsblätter des Skills-Trainings in strukturierter Form. Direkte Grundlage für die praktischen Tools und Übungsblätter der App.

Arbeitsbuch

Matthew McKay, Jeffrey C. Wood, Jeffrey Brantley

Starke Emotionen meistern

Dialektische Verhaltenstherapie in der Praxis

Junfermann Verlag, Paderborn, 2008 · ISBN 978-3-87387-688-0

Anwendungsorientiertes Arbeitsbuch für Selbsthilfe und begleitetes Üben. Erweitert und ergänzt die Linehan-Materialien um praktische Übungssequenzen und Alltagsanwendungen. Zweite wichtige Quellbasis in Marcus'Mind.

Vertiefung

Martina Sutor (Hrsg.)

Die Dialektisch Behaviorale Therapie (DBT)

Neue DBT-orientierte diagnoseübergreifende Konzepte, Schwerpunkt Skills-Training

5., vollständig überarbeitete Auflage, Springer, Berlin Heidelberg, 2022 · ISBN 978-3-662-64108-8

Vertiefendes Fachbuch für Therapeutinnen und Therapeuten. Behandelt DBT-orientierte, diagnoseübergreifende Konzepte und erweiterte Skills-Training-Ansätze. Ergänzende Referenz für fachliche Einordnung in Marcus'Mind.

Wer Marcus'Mind in einer wissenschaftlichen oder fachlichen Arbeit erwähnt, kann den Versions- und Datumsstand aus dem Footer als Zitations-Anker verwenden.

Technische Details

Hintergrundlogik statt versteckter UI-Magie

Was in Marcus'Mind sichtbar wird, soll fachlich nachvollziehbar bleiben. Deshalb trennt die App Wissensmodell, Ableitung und Oberfläche sauber.

Wenn dir ein Vergleich, eine Brücke oder ein nächster Schritt überraschend vorkommt, soll das nicht verborgen bleiben. Marcus'Mind ist ausdrücklich dafür gebaut, solche Relationen sichtbar und diskutierbar zu machen.

Mehrere Wege in denselben DBT-Raum

Die App erschließt denselben Inhaltsbestand über Begriffe, Situationen, Module und Fragen. Diese Einstiege unterstützen unterschiedliche Aufgaben.

Einstiege

Was du mit der App machen kannst

Fragen und Vergleiche im Wissensnetz

Fragen in Marcus'Mind sind nicht nur Textteaser, sondern strukturierte Einstiege in unterschiedliche Zielräume der App.

Je nach Fragetyp führt eine Frage in einen anderen Anschlussraum: in einen fachlichen Frage-Eintrag, in eine Situation, in einen Hub, in einen Cluster oder in einen direkten Vergleich.
Leitfragen sind eigene Wissensobjekte. Situative Frageformulierungen führen zu den vorhandenen Situationen. Thematische und vergleichende Zugänge können dasselbe Ziel erschließen; daraus entsteht keine zusätzliche Kopie des Fachinhalts.
Wie Marcus'Mind den nächsten sinnvollen Anschluss auswählt

Detailseiten schlagen nicht zufällig etwas vor. Der erste nächste Schritt wird aus drei Kandidaten-Pools, Überlapp-Filtern und der aktuell aktiven Nutzungsrolle abgeleitet.

Der sichtbare Vergleich, vorhandene bevorzugte Anschlüsse und die aktivierten Bereiche bestimmen, ob ein zusätzlicher nächster Schritt erscheint. Hintergrundverbindungen sind als solche gekennzeichnet; sie gelten nicht automatisch als nächster Anwendungsschritt.

Der Eintrag, der oben als erster nächster Schritt erscheint, wird weiter unten nicht noch einmal als Teaser-Karte in Übungen, Lernpfad oder Vergleich wiederholt. So bleiben Detailseiten lesbar und konkurrierende Vorschläge werden vermieden.

Mögliche nächste Schritte

Weiterführende Inhalte können der Anwendung, dem Lernen oder dem Vergleichen dienen. Welche davon hervorgehoben werden, hängt vom Profil und den vorhandenen Verbindungen ab.

Anwenden und übenKonkrete Übungen, Werkzeuge oder strukturierte Abläufe helfen dabei, das Gelesene praktisch umzusetzen.
Lernen und vertiefenVerknüpfte Inhalte führen zu weiteren Lernschritten und vertiefen das Verständnis des aktuellen Themas.
Vergleichen und unterscheidenVerwandte Inhalte werden gegenübergestellt, damit ihre Unterschiede und Einsatzmöglichkeiten deutlicher werden.

Priorität nach Nutzungsrolle

Das Profil legt die Reihenfolge der Kandidatenquellen fest. Danach berücksichtigt die Auswahl die Rolle der Verbindung, vorhandene bevorzugte Anschlüsse und die sichtbaren Bereiche. Die Reihenfolge allein ist keine therapeutische Empfehlung.

RollePriorität (links = höchste)
Akuter ModusÜbung → Lernpfad → Vergleich
Begleit- und ReferenzmodusVergleich → Lernpfad → Übung
LernmodusLernpfad → Übung → Vergleich
Persönlicher ModusÜbung → Lernpfad → Vergleich
Einträge, Beziehungen und thematische Dichte

Marcus'Mind arbeitet nicht mit isolierten Einzelseiten, sondern mit verbundenen Einträgen. Dadurch werden Übergänge zwischen Begriffen, Situationen, Modulen und Praxisformen navigierbar.

Einträge

Jedes inhaltliche Element der App ist ein Eintrag — ein Skill, ein Bundle, eine Komponente, ein Modul, ein Konzept, eine Frage. Was für eine Art Eintrag du vor dir hast, zeigt der dunkle Type-Marker oben auf jeder Karte.

Verbindungen

Eine Verbindung ist eine direkte Beziehung zwischen zwei Einträgen — von A nach B. Auf einer Detailseite findest du die direkten Verbindungen im Bereich „Beziehungen".

Im Hintergrund unterscheidet die App acht verschiedene Typen von Verbindungen. Sie beschreiben, in welcher fachlichen Beziehung zwei Einträge zueinander stehen:
Thematisch verwandt

Zwei Inhalte behandeln verwandte Themen und ergänzen sich.

Die Verhaltensanalyse ist mit dem Problemlösen verknüpft.

Gemeinsamer Themenbereich

Mehrere Inhalte gehören zu derselben thematischen Gruppe.

Radikale Akzeptanz und Den Geist wenden gehören zum Themenbereich Realitätsakzeptanz.

Besteht aus

Ein übergeordneter Inhalt umfasst einzelne Bestandteile oder Schritte.

Das gemeinsame Skill-Bundle fasst „Kompetenz aufbauen“ und „Vorausschauend bewältigen“ zusammen.

Modulübergreifende Verbindung

Eine Verbindung macht Bezüge zwischen unterschiedlichen DBT-Modulen sichtbar.

Achtsamkeit für aktuelle Emotionen ist mit Radikaler Akzeptanz verknüpft.

Übung zu

Eine konkrete Übung oder ein Arbeitsblatt dient der Anwendung eines Skills.

Das Arbeitsblatt Fakten prüfen gehört zum Skill Fakten prüfen.

Entscheidungshilfe

Eine Verbindung unterstützt die Auswahl eines passenden weiteren Schritts.

Von Fakten prüfen führt ein Entscheidungsweg zum Entgegengesetzten Handeln.

Gegenüberstellung

Zwei Inhalte werden bewusst gegenübergestellt, um ihre Unterschiede sichtbar zu machen.

STOP wird dem Kompetenzaufbau und vorausschauenden Bewältigen gegenübergestellt: Soforthilfe und längerfristiger Aufbau.

Gehört zu

Ein Bestandteil ist einem übergeordneten Inhalt zugeordnet.

Beobachten gehört zu den Achtsamkeits-Was-Fertigkeiten.

Modulbrücken

Modulübergreifende Verbindungen zeigen, wie ein Inhalt in unterschiedlichen DBT-Bereichen genutzt oder eingeordnet werden kann. Auf Detailseiten erläutert der Bereich „Bezüge zu den Modulen“ den jeweiligen Zusammenhang.

Zusammenhänge

Manche Inhalte haben besonders viele Verbindungen. Die Übersicht „Zusammenhänge“ sammelt diese Einstiegspunkte, damit du von einem konkreten Inhalt aus verwandte Skills, Begriffe und Situationen entdecken kannst. Aufgenommen werden Inhalte mit mindestens drei Verbindungen zu Einträgen, die keine Komponenten sind.

Tags in der App

Über die Einträge verteilt erscheinen kleine Marker: Typ, Modul, Priorität, Lernpfad-Art, Cluster-Kategorie und -Quelle. Hier findest du eine kompakte Erklärung, was die einzelnen Werte bedeuten.

Der Typ sagt dir auf den ersten Blick, was du gerade vor dir hast — eine konkrete Übung, ein Skill, ein übergreifendes Konzept oder eine Navigationsfrage. Er steht als dunkles Marker-Tag in der Dachzeile jeder Karte. Die folgende Übersicht zeigt, wie sich die Typen funktional voneinander unterscheiden und welche Rolle sie im DBT-Wissensraum spielen.

SkillAnwendungsfähig und atomar. Eine einzelne, in sich abgeschlossene Fertigkeit aus dem DBT-Manual, die direkt geübt und in einer Situation eingesetzt werden kann (radikale Akzeptanz, Opposite Action, Beobachten und Beschreiben). Atomare Einheit der Praxis.
Skill-BundleKomponiert und sequenziell. Mehrere Schritte oder Skills, die als Einheit angewendet werden und einen klaren Ablauf bilden (STOP, DEAR MAN, TIP, ABC PLEASE). Mehr als die Summe der Teile — die orchestrierte Anwendung.
KomponenteFragmentarisch und teilhaft. Ein Einzelschritt innerhalb eines Bundles, der nur im Verbund mit den anderen Komponenten sinnvoll wird (das D aus DEAR MAN, das S aus STOP). Nicht eigenständig anwendbar.
ModulKapitelartig und thematisch. Einer der vier DBT-Hauptbereiche, der eine ganze Familie verwandter Skills, Bundles und Konzepte zusammenhält (Achtsamkeit, Stresstoleranz, Emotionsregulation, Zwischenmenschliche Fertigkeiten). Größte organisatorische Einheit.
BezugsrahmenStrukturell und erklärend. Konzepte, die etwas beschreiben, modellieren oder organisieren: Theorien (biosoziale Theorie, Emotionsmodell), Behandlungsstrukturen (Skills-Training, Sitzungsaufbau), Strategie-Sets (Validierungsstrategien, dialektische Strategien). Konzeptuelle Container.
PrinzipHaltungsleitend und normativ. Konzepte, die beschreiben, wie man denkt oder agiert: Dialektik, Willingness, Selbstmitgefühl, Clear Mind, Irreverence, Radical Genuineness. Keine Strukturbeschreibungen, sondern gelebte Grundhaltungen.
ProtokollAblaufstrukturiert und anlassbezogen. Ein verbindlicher Handlungspfad für eine spezifische Situation oder Sitzung, der in einer festen Reihenfolge durchgegangen wird (Suizidprotokoll, Verhaltenskettenanalyse). Strikter und situativer als ein Bundle.
WerkzeugMateriell und instrumentell. Ein konkretes Hilfsmittel — Arbeitsblatt, Übersicht, Checkliste, Tagebuch — das die Anwendung von Skills unterstützt (Diary Card, Pros-and-Cons-Liste). Etwas zum Anschauen, Ausfüllen oder Mitnehmen.
ÜbungPraktisch und durchführbar. Eine konkrete, durchführbare Aktivität, die einen Skill konkretisiert und einübt (5-4-3-2-1-Grounding, Half-Smile-Practice). Die Hausaufgabe einer Theorie.
FrageNavigatorisch und orientierend. Kein Inhalt, sondern Wegweiser: eine Frage, die zu passenden Einträgen führt („Wie unterbreche ich impulsives Verhalten?"). Einstiegspunkt, nicht Ziel.
KonzeptGenerisch und begrifflich. Ein erläuternder Begriff, der im Hintergrund von Skills und Bundles steht und für ihr Verständnis nötig ist (Wise Mind, Emotion Mind, Vulnerabilitätsfaktoren). Vokabular des DBT-Sprachraums.

Bei akuter Belastung oder Selbstgefährdung ist eine Wissens-App keine ausreichende Unterstützung. Wende dich in solchen Situationen an eine vertraute Person, an deine Therapeutin oder deinen Therapeuten, an eine Krisenstelle oder an den ärztlichen Notdienst.